Eigenes SAP-System kostenlos einrichten – Tutorial

In diesem Artikel erkläre ich Dir Schritt-für-Schritt im Detail, wie Du Dir ein eigenes SAP-System kostenlos einrichten kannst. Dadurch hast Du die Möglichkeit, eigenständig ABAP-Themen rund um SAP ERP bzw. SAP S/4HANA auszuprobieren und zu erlernen. In diesem Artikel wird ein SAP ABAP NetWeaver Applikationsserver eingerichtet.

Oft hat man im SAP-System im Unternehmen keine weitreichenden Berechtigungen, um kritische Transaktionen auszuführen oder einfach einmal etwas im Customizing zu ändern und deren Auswirkungen zu überprüfen. Für solche Anwendungsfälle ist es sinnvoll, ein eigenes SAP-System zu haben, das man zur Not zurücksetzen und wiederherstellen kann.

Häufig erhalte ich gerade von Einsteigern die Frage und Rückmeldung: Wie kann ich das selber ausprobieren? Ich habe kein SAP-System zur Hand und möchte das lernen. Wie mache ich das?

Mit diesem Artikel möchte ich Dir eine Hilfestellung geben, damit Du in Zukunft eigenständig SAP-Themen direkt im SAP-System durchführen und ausprobieren kannst. Oft lernt man durch das praktische Ausführen enorm viel.

Eigenes SAP-System einrichten – Überblick

Um ein eigenes SAP-System einzurichten, empfehle ich, eine Virtualisierungsumgebung zu verwenden. In meinem Beispiel verwende ich die kostenlose Software VirtualBox von Oracle. Theoretisch ist das ein optionaler Schritt, den ich aber trotzdem sehr empfehlen würde. Sollte es während der Installation zu einem unerwarteten Fehler kommen, kann man die Installation einfach komplett von Neuem starten, in dem man die virtuelle Maschine zurücksetzt oder Sicherungspunkte wiederherstellt. Im lokalen Computer ist das nicht ganz so einfach.

Außerdem zeige ich Dir die notwendigen Schritte unter dem Betriebssystem Windows. Wenn Du ein SAP-System unter macOS einrichten möchtest, kannst Du eine andere Virtualisierungsumgebung verwenden, wie z.B. VMWare. Hierbei müssen lediglich die betriebssystemspezifischen Einstellungen an macOS angepasst werden. Auf diese Unterschiede gehe ich hier nicht ein.

Insgesamt sind für die Installation eines eigenen SAP-Systems folgende Schritte notwendig:

  1. Dateien herunterladen
  2. Installation
  3. Einrichtung
  4. SAP-Server installieren
  5. SAP Logon installieren
  6. Netzwerkeinstellungen
  7. Verbindung zum SAP-Server

Dateien herunterladen

Damit wir das SAP-System einrichten können, benötigen wir vorher noch folgende Softwarekomponenten:

Nach dem Download sollten folgende Dateien in Deinem Windows-Explorer zur Verfügung stehen.

Heruntergeladene Dateien

VirtualBox herunterladen

Der SAP NetWeaver Applikationsserver bildet das Fundament des SAP-Systems. Diesen Server richten wir in einer Virtualisierungsumgebung ein. Hierfür verwende ich die Software VirtualBox von Oracle. Unter diesem Link kannst Du die Software herunterladen. Abhängig von Deinem Betriebssystem lädst Du ein anderes Installationspaket herunter. In unserem Fall wählen wir “Windows hosts” aus.

VirtualBox für Windows herunterladen

SAP NetWeaver Applikationsserver herunterladen

Die notwendigen Dateien für den SAP NetWeaver Applikationsserver kannst Du unter diesem Link herunterladen. Unter dieser Seite befinden sich die kostenlose SAP-Software, die man zu Übungszwecken installieren und benutzen darf. Entweder kannst Du in der Suchleiste nach “SAP NetWeaver” suchen oder Du scrollst nach unten zum Abschnitt “SAP NetWeaver AS ABAP Developer Edition 7.52 SP04”.

Es kann natürlich sein, dass im Laufe der Zeit eine aktuellere Version von SAP auf dieser Seite veröffentlicht wird. Ich empfehle Dir, die aktuellste Version zu verwenden.

Wir benötigen alle 12 aufgelisteten Dateien. Also “SAP ABAP AS Part 1”, “SAP ABAP AS Part 2”, “SAP ABAP AS Part 3”, usw. bis inklusive “SAP ABAP AS Part License”.

Dateien für SAP NetWeaver Applikationsserver herunterladen

Beim Download müssen wir uns entweder mit unserem P-Benutzer anmelden oder einen neuen Benutzer erstellen. Dabei kannst Du Deine private E-Mail-Adresse angeben. Unter “Beziehung zu SAP” kannst Du “Student” auswählen. Daraufhin musst Du gemäß dem Double-Opt-In die Registrierung bestätigen, indem Du auf den Link in der daraufhin erhaltenen E-Mail klickst.

Beim Herunterladen jeder Datei musst Du die Lizenzbestimmungen bestätigen. Diese liest Du natürlich aufmerksam durch 🙂

openSUSE Leap herunterladen

Als Betriebssystem wird von SAP offiziell die Linux-Distribution openSUSE Leap empfohlen. Deshalb laden wir die Installationsdateien unter diesem Link herunter.

Unter dem Tabreiter “Download” wählen wir die entsprechende Download-Datei aus. Wenn eine Internetverbindung vorhanden ist, kann man die “Network Image” Datei auswählen. Um sicherzugehen, empfehle ich jedoch die “Offline Image” Datei, die die notwendigen Dateien bereits enthält und diese nicht während der Installation herunterlädt.

openSUSE Leap Betriebssystem herunterladen

Installation

Da wir nun die wichtigsten Dateien heruntergeladen haben, starten wir mit der Installation und Einrichtung. Insgesamt werden folgende Installationen durchgeführt:

  • VirtualBox installieren
  • Virtuelle Maschine erstellen
  • Betriebssystem installieren

VirtualBox installieren

Wir beginnen mit der Installation von VirtualBox. Dafür öffnest Du den Windows-Explorer und startest die Windows-Applikation. Normalerweise sollte es so eingerichtet sein, dass die Datei als Administrator startet. Um sicherzugehen, kannst Du mit der rechten Maustaste darauf klicken und “Als Administrator ausführen” wählen.

Du kannst den Setup-Assistenten mit vorausgefüllten Einstellungen ausführen und VirtualBox installieren.

Installation von VM VirtualBox von Oracle

Sollte es bei der Installation zu einer Meldung “Fehlende Abhängigkeiten Python Core / win32api” kommen, kannst Du diese ignorieren. Für unser SAP-System benötigen wir diese Komponente nicht.

Gerade am Anfang solltest Du prüfen, ob der voreingestellte Pfad für VMs für dieses Vorhaben ausreichend ist. Du solltest ca. 150 GB an freiem Speicherplatz zur Verfügung haben, um das SAP-System einzurichten. Unter der Menüfunktion “Datei > Einstellungen…” oder der Tastenkombination “Strg + G” kannst Du unter “Allgemein” den voreingestellten Pfad für VMs auswählen. Hier kannst Du auch den Pfad zu einer externen Festplatte auswählen.

Voreingestellter Pfad für VMs einrichten

Natürlich kannst Du bei der Erstellung einer virtuellen Maschine den Pfad für diese Maschine noch einmal anpassen.

Virtuelle Maschine erstellen

Als Nächstes richten wir die virtuelle Maschine ein, auf der später das SAP-System läuft. Dazu öffnen wir das Programm VirtualBox. Nun erstellen wir eine neue Maschine. Entweder klicken wir hierzu auf den Button “Neu”, nutzen die Tastenkombination “Strg + N” oder wählen die Menüfunktion “Maschine > Neu”.

Daraufhin gibst Du folgende Informationen an:

  • Name der virtuellen Maschine
  • Speicherort
  • Typ: Linux
  • Version: openSUSE (64-bit)
Virtuelle Maschine erzeugen - Name und Betriebssystem

Daraufhin klickst Du auf den Button “Vorwärts”, um zum nächsten Schritt zu gelangen. Hier geben wir die Einstellungen für die “Hardware” an. Das bedeutet, wie groß der Arbeitsspeicher sein soll und wie viele Prozessoren verwendet werden.

Dabei sollte die Größe des Hauptspeichers auf mindestens 8 GB (also 8192 MB) festgelegt werden. Wenn Du auf Deinem lokalen Computer mehr Arbeitsspeicher “entbehren” kannst, kannst Du auch mehr Speicher für die virtuelle Maschine reservieren, damit es reibungsloser läuft.

Bei den Prozessoren sollte man mindestens 4 auswählen. Man kann, wenn genügend Prozessoren vorhanden sind, auch mehr auswählen.

Virtuelle Maschine erzeugen - Hardware

Nachdem Du erneut auf den Button “Vorwärts” klickst, kannst Du eine virtuelle Festplatte erstellen. Hierbei wählen wir “Jetzt eine virtuelle Festplatte erstellen” aus und geben als Größe 150 GB an.

Virtuelle Maschine erzeugen - Virtuelle Festplatte

Klicken wir erneut auf den Button “Vorwärts” können wir unsere Einstellungen als Zusammenfassung erkennen. Hier kannst Du noch einmal überprüfen, ob alle Angaben korrekt sind. Die virtuelle Maschine kann man letztlich mit dem “Fertigstellen”-Button anlegen.

Virtuelle Maschine erzeugen - Virtuelle Festplatte

Nach der Erstellung müssen wir noch ein paar Einstellungen vornehmen. Hierzu wählen wir in VirtualBox die erstellte virtuelle Maschine aus und klicken auf den Button “Ändern”, nutzen “Strg + S” oder die Menüfunktion “Maschine > Ändern”. Daraufhin erhöhst Du unter “Anzeige” im Tabreiter “Bildschirm” den Grafikspeicher auf 128 MB, um die Anzeige reibungsloser zu gestalten.

Nun wurde die virtuelle Maschine einwandfrei installiert und ist für die weitere Einrichtigung vorbereitet.

Betriebssystem installieren

Nun installieren wir die Linux-Distribution openSUSE Leap auf der erstellten virtuellen Maschine in VirtualBox. Dafür öffnen wir das Programm VirtualBox, wählen unsere virtuelle Maschine aus und klicken auf den Button “Ändern”.

Stelle jetzt sicher, dass unter “Massenspeicher” im leeren CD-Laufwerk das Attribut für das optische Laufwerk auf “Sekundäres IDE-Gerät 0” ausgewählt ist.

Anschließend klickst Du auf “Controller: IDE” und klickst den Button “Optisches Laufwerk hinzufügen” im Knoten.

Virtuelle Maschine - Optisches Laufwerk hinzufügen

Im darauffolgenden Fenster klickst Du auf den Button “Hinzufügen” und wählst die heruntergeladene ISO-Datei für openSUSE Leap aus. In meinem Fall heißt die Datei “openSUSE-Leap-15.4-CR-DVD-x86_64-Build31.38-Media.iso”. Daraufhin klickst Du auf den Button “Auswählen”.

Virtuelle Maschine - Betriebssystem hinzufügen

Unter dem Knoten “Controller: IDE” ist nun das CD-Laufwerk als primäres IDE-Gerät zu sehen. Nun können wir die Eingabe mit dem “OK”-Button bestätigen.

Virtuelle Maschine - Betriebssystem installieren

Nun können wir diese virtuelle Maschine starten. Dafür wählst Du die virtuelle Maschine in VirtualBox aus und klickst auf den Button “Starten”.

Wir installieren jetzt das Betriebssystem in der virtuellen Maschine. Sobald Du in die virtuelle Maschine klickst, ist Dein Mauszeiger gefangen. Du kannst wieder in Deinen Computer zurückgelangen, indem Du Strg-Rechts drückst. Also die rechte Strg-Taste auf Deiner Tastatur.

Du wählst am Anfang “Installation” aus. Hierfür klickst Du in die virtuelle Maschine, wählst mit der Pfeiltaste nach unten “Installation” aus und bestätigst die Eingabe mit der Enter-Taste.

openSUSE installieren

Danach beginnt die Installation. In der virtuellen Maschine kann man nun in der Konsole und im Setup-Assistent die Installation verfolgen.

Der Setup-Assistent sollte im Fenster für die Einstellung der Sprache, Tastaturbelegung und Lizenzvereinbarung stoppen. Hier kannst Du die Sprache auf “German – Deutsch” ändern. Du solltest außerdem die Tastaturbelegung auf “German” oder “Deutsch” ändern. Danach kannst Du auf den Button “Weiter” klicken.

openSUSE installieren - Tastaturbelegung

Im Installationsschritt “Online-Repositories” wirst Du gefragt, von wo Du Deine Software installieren möchtest. Du kannst die Online-Repositorys aktivieren, indem Du auf “Ja” klickst. Daraufhin wird die Liste der Online-Repositorys heruntergeladen. Beim nächsten Fenster kannst Du die Standardeinstellungen belassen und auf “Weiter” klicken.

openSUSE - Liste der Online-Repositorys

Beim nächsten Fenster “Systemrolle” kannst Du die Desktopoberfläche festlegen. Normalerweise benötigt man auf einem SAP-Server keine grafische Oberfläche und man kann “Server” auswählen. Aber für unsere Zwecke wählst Du “Desktop mit GNOME” aus, damit Du besser navigieren kannst und klickst auf “Weiter”.

Den Vorschlag für Partitionierung kannst Du übernehmen, indem Du auf “Weiter” klickst.

Ebenfalls kannst Du die Standardeinstellungen im Fenster “Uhr und Zeitzone” vorausgefüllt lassen. Region ist “Europa”, Zeitzone “Deutschland” und die Rechneruhr ist auf UTC eingestellt. Du bestätigst die Eingaben, indem Du erneut auf “Weiter” klickst.

Daraufhin können wir einen lokalen Benutzer erstellen. Bei der Installation des SAP-Systems wird verlangt, dass Du ein komplexes Passwort wählst. Es muss mindestens acht Zeichen lang sein, Groß-, Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen beinhalten.

openSUSE - Lokaler Benutzer

Daraufhin kann man noch zahlreiche Installationseinstellungen vornehmen. Bei einem produktiven SAP-Server richtet man normalerweise eine Firewall ein, um den Zugriff von außen abzusichern. Aus Gründen der Einfachheit deaktivieren wir an diesem Schritt die Firewall. Dafür scrollen wir nach unten in den Bereich “Sicherheit” und klicken im Punkt “Die Firewall wird aktiviert” auf die Aktion “Deaktivieren”. Daraufhin sollte der Text sich auf “Die Firewall wird deaktiviert” ändern.

Daraufhin klickst Du auf den Button “Installieren”. Das darauffolgende Fenster bestätigt man mit dem “Installieren”-Button. Dadurch werden die Partitionen auf der Festplatte entsprechend den Installationseinstellungen überschrieben. Die eigentliche Installation startet nun.

Daraufhin kannst Du “Boot from Hard Disk” wählen. Im Anschluss kannst Du Dich mit Deinem erstellten Benutzer anmelden, indem Du das Passwort eingibst. Daraufhin bist Du eingeloggt und “Desktop mit GNOME” kann verwendet werden.

openSUSE mit GNOME

Einrichtung

Nun haben wir die notwendigen Dateien heruntergeladen und installiert. Als Nächstes werden wir die virtuelle Maschine und das SAP-System einrichten. Hierzu sind folgende Schritte notwendig:

  • Virtuelle Maschine einrichten
  • Zypper installieren
  • SAP-Pakete installieren
  • Berechtigungen für lokalen Benutzer erweitern
  • Virtuelle Maschine neu starten
  • Gemeinsamen Ordner festlegen
  • SAP-Installationsdateien entpacken
  • Netzwerkeinstellungen anpassen
  • Install.sh ändern bei Kernelversion 5.14.x oder größer
  • Installationsdatei ausführbar machen
  • Sybase-Lizenz importieren
  • Snapshot erstellen

Virtuelle Maschine einrichten

Falls bei Dir die Bildschirmauflösung nicht passt, also die virtuelle Maschine sehr klein dargestellt wird, kannst Du in den Anzeigeeinstellungen die Bildschirmauflösung ändern. Hierzu klickst Du mit der rechten Maustaste auf den Desktop und wählst “Anzeigeeinstellungen”. Unter “Bildschirme” kannst Du die Auflösung anpassen.

Als Nächstes installieren wir die Gasterweiterungen in der virtuellen Maschine. Hierzu wählst Du unter der Menüfunktion “Geräte” “Gasterweiterungen einlegen…”. Das funktioniert nur, wenn Du ein virtuelles CD-Laufwerk hast. Sollte diese Funktion nicht zur Verfügung stehen, kannst Du die Funktion “Upgrade Guest Additions…” benutzen. Beim folgenden Fenster kannst Du auf “Ausführen” klicken. Nachdem Du Dein Passwort eingegeben hast, werden die Gasterweiterungen installiert. Mit der Enter-Taste kann man das Fenster schließen.

Zypper aktualisieren

Als Nächstes aktualisieren wir die Softwareverwaltung Zypper. Dazu rufen wir das Terminal auf.

openSUSE - Terminal

Für die Aktualisierung empfehle ich, auf den root-Benutzer zu wechseln. Hierzu geben wir folgenden Befehl im Terminal ein:

sudo -i

Daraufhin gibst Du Dein Passwort an, dass Du bei der Installation eingegeben hast.

Um Zypper zu aktualisieren, gibst Du folgenden Befehl ein:

zypper update

SAP-Pakete installieren

Als Nächstes installieren wir mit dem Terminal und der Softwareverwaltung Zypper Pakete, auf die der SAP-Server angewiesen ist. Dabei handelt es sich um folgende Pakete:

  • tcsh
  • gcc
  • perl
  • libaio1
  • libstdc++6
  • uuidd

Im Terminal gibt man hierfür folgenden Befehl ein, um diese Pakete zu installieren:

zypper in tcsh gcc perl libaio1 libstdc++6 uuidd

Mit dem Paket tcsh installiert man das Paket csh. Solltest Du versucht haben, csh zu installieren (anstatt tcsh), kannst Du das nachträglich immer noch tun, indem Du folgenden Befehl verwendest:

zypper in tcsh

Berechtigungen für lokalen Benutzer erweitern

Als Nächstes musst Du Deinem lokalen Benutzer bestimmte Rechte geben, damit die Installation des SAP-Servers ausgeführt werden kann. Hierfür gibst Du im Terminal folgenden Befehl ein:

usermod -a -G vboxsf admin

Natürlich musst Du meinen Benutzer admin durch Deinen Benutzer austauschen.

Virtuelle Maschine neu starten

Nun musst Du Deine virtuelle Maschine neu starten. Du kannst direkt im Terminal folgenden Befehl eingeben:

shutdown -h now

Oder Du kannst in der virtuellen Maschine ganz rechts oben auf die Icon-Leiste klicken und dann “Ausschalten / Abmelden > Ausschalten…” wählen. Das Ausschalten kannst Du mit dem Button “Ausschalten” bestätigen. Ansonsten wird automatisch nach 60 Sekunden die virtuelle Maschine heruntergefahren.

Gemeinsamen Ordner festlegen

Nun erstellen wir einen gemeinsamen Ordner. In VirtualBox wählst Du die virtuelle Maschine aus und klickst auf den Button “Ändern”. Im Abschnitt “Gemeinsame Ordner” drückst Du auf den Button zum Hinzufügen eines gemeinsamen Ordners. Unter “Ordner-Pfad” gibst Du einen Ordner an, unter dem die 12 Installationsdateien für den SAP NetWeaver Applikationsserver sind. Alternativ kannst Du die Dateien auch in diesen Ordner verschieben. Setze den Haken “Automatisch einbinden” und klicke mehrmals auf den Button “OK”, um den gemeinsamen Ordner zu erstellen.

Virtuelle Maschine - Gemeinsamer Ordner

SAP-Installationsdateien entpacken

Du startest erneut die virtuelle Maschine und öffnest den Explorer. Dafür kannst Du in der Suchfunktion “Dateien” eingeben. Links im Explorer siehst Du nun den gemeinsamen Ordner. In meinem Fall lautet er “sf_SAP”. In diesen Ordner gehst Du, indem Du auf das Ordnersymbol klickst.

Nun musst Du die RAR-Dateien im gemeinsamen Ordner entpacken. Hierzu gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Windows-Computer
  • Virtueller Computer

Du kannst einerseits in Deinem Windows-Computer Programme wie z.B. WinRAR oder 7-Zip nutzen, um die Dateien zu entpacken.

Oder alternativ kannst Du es direkt in der virtuellen Maschine machen. Dafür benötigen wir das Programm “unrar”. Im Terminal wechseln wir erneut zum Benutzer root und geben folgenden Befehl ein:

zypper in unrar

Daraufhin wechseln wir in den gemeinsamen Ordner mit folgendem Befehl:

cd /media/sf_SAP/

Alle RAR-Dateien können wir nun entpacken, indem wir folgenden Befehl im Terminal im gemeinsamen Ordner eingeben:

unrar x TD752SP04part01.rar

Nun sind alle TD752SP04part-RAR-Dateien entpackt. Wir müssen nur noch die Lizenz-Datei entpacken. Das kann man über folgenden Befehl ebenfalls bequem erledigen:

unrar x License.rar

Netzwerkeinstellungen anpassen

Im Terminal passen wir die Netzwerkeinstellungen an. Zuerst müssen wir überprüfen, welche IP-Adresse der virtuellen Maschine zugeordnet wurde. Mit folgendem Befehl kann man sich die IP-Adresse anzeigen lassen:

ip addr show

In meinem Fall besitzt die virtuelle Maschine die IP-Adresse 10.0.2.15. Diese IP-Adresse wird von VirtualBox standardmäßig vergeben.

Als Nächstes starten wir das Programm “YaST Netzwerk”. Beim Starten musst Du Dein Passwort eingeben. Die Warnung, dass das Netzwerk durch den NetworkManager gesteuert wird, kann mit “OK” bestätigt werden.

In den Netzwerkeinstellungen stellst Du nun im Tab “Globale Optionen” unter “Allgemeine Netzwerkeinstellungen” den “Wicked-Dienst” ein. Daraufhin wechselst Du in den Tab “Übersicht” und klickst auf den Button “Bearbeiten”.

Im Tab “Adresse” wählst Du “Statisch zugewiesene IP-Adresse” aus und gibst die IP-Adresse der virtuellen Maschine an:

  • IP-Adresse: 10.0.2.15
  • Subnetzmaske: /24
  • Hostname: vhcalnplci
Virtuelle Maschine - Netzwerkkarten-Einrichtungen

Nachdem Du auf “Weiter” geklickt hast, kannst Du in den Tab “Hostname/DNS” wechseln. Hier gibst Du unter “Statische Hostname” erneut “vhcalnplci” ein, wählst “nein” bei “Hostname über DHCP setzen” aus und gibst unter “Domänensuche” “dummy.nodomain” ein. Das kannst Du mit dem Button “OK” bestätigen.

Virtuelle Maschine - Netzwerkeinstellungen

In der Datei /etc/hosts kannst Du Deine Einstellungen überprüfen, indem Du folgenden Befehl im Terminal eingibst:

cat /etc/hosts

Nun wird in der IP-Adresse “10.0.2.15” der Host “vhcalnplci” aufgelistet. Lässt Du Dir die Datei /etc/resolv.conf ausgeben, sollte “dummy.nodomain” dort enthalten sein. Mit dem Befehl “hostname” kannst Du Deinen Hostname erkennen. Daraufhin kannst Du beide Hostnamen über den Befehl “ping” versuchen, zu erreichen. Beispiel

ping vhcalnplci

Solltest Du den Hostname “vhcalnplci.dummy.nodomain” nicht erreichen können, kannst Du über den Befehl “nano” die Datei “/etc/hosts” manuell ändern.

nano /etc/hosts

In der Zeile mit der IP-Adresse 10.0.2.15 fügst Du nun “vhcalnplci.dummy.nodomain” vor “vhcalnplci” hinzu, trennst es mit einem Leerzeichen, speicherst mit “Strg + O” und beendest den Editor mit “Strg + X”. Dadurch sollte im Editor folgende Zeile enthalten sein

10.0.2.15        vhcalnplci.dummy.nodomain vhcalnplci

Gibst Du jetzt “hostname -f” im Terminal ein, wird der lange Hostname angezeigt. Mit “hostname” der kurze. Probiere nun über den Befehl “ping” beide Varianten im Terminal anzusprechen.

Damit später die Installation durch die Datei “install.sh” möglich ist, müssen die Netzwerkeinstellungen übernommen werden. Wenn Du den Schritt “Snapshot erstellen” nicht durchführst und in der virtuellen Maschine bleiben möchtest, musst Du die virtuelle Maschine neu starten.

Install.sh ändern bei Kernelversion 5.14.x oder größer

openSUSE Leap 15.4 verwendet die Kernel-Version 5.14.x. Die Installationsdateien des SAP NetWeaver ABAP Applikationsservers setzen auf die openSUSE Leap 15-Distribution mit Kernelversionen von 5.3.x oder niedriger. Wir verwenden nun eine höhere Version und müssen deshalb das Installations-Skript anpassen.

Als Erstes kopieren wir die Datei install.sh, da wir sie ändern möchten. Dazu gehen wir in den gemeinsamen Ordner über den Befehl “cd” und führen dort folgenden Befehl als root-Benutzer aus:

cp install.sh install_edit.sh

Daraufhin möchten wir die kopierte Datei bearbeiten (in diesem Fall install_edit.sh). Das machen wir über folgenden Befehl im Terminal:

nano install_edit.sh

Nun müssen wir folgenden Code in der Datei finden. Du kannst dafür die Tastenkombination “Strg + W” nutzen, um die Codestelle zu finden. Es reicht dabei aus, dass Du “./saphostexec” im Suchfeld eingibst.

    ./saphostexec -install || do_exit $ERR_install_saphost

    # TODO: is it ok to remove /tmp/hostctrl?
    cd /
    rm -rf /tmp/hostctrl || log_echo "Failed to clean up temporary directory"

Diesen Code musst Du nun mit folgendem Code ersetzen:

#Replace this line with one which tries to continue (this) main script using ‘&’:
    #./saphostexec -install || do_exit $ERR_install_saphost
    ./saphostexec -install &

#Wait for a while so that hopefully the asynchronous call ends:
    log_echo "Waiting 30 seconds for asynchronous call to /tmp/hostctrl/saphostexec -install to complete..."
    sleep 30
    log_echo "30 seconds are up, continuing the main script."

    # TODO: is it ok to remove /tmp/hostctrl?
    cd /
#Let's not remove the temporary directory, in case saphostexec command
#is still executing. So commenting out:
    # rm -rf /tmp/hostctrl || log_echo "Failed to clean up temporary directory"

# Now we modify the RUN_NPL executable (executable permissions are for sybnpl user):
FILENPL=/sybase/NPL/ASE-16_0/install/RUN_NPL
if test -f "$FILENPL"; then
    echo "$FILENPL exists. Adding the -T11889 option to config in that file:"
    sed -i 's/NPL.cfg \\/NPL.cfg -T11889 \\/g' /sybase/NPL/ASE-16_0/install/RUN_NPL
    cat $FILENPL
    echo "-T11889 config option added"
    sleep 15
else
    echo "$FILENPL does not exist. Not modifying what doesn’t exist, ontologically seems ok."
fi

Du kannst eine gemeinsame Zwischenablage für Deine virtuelle Maschine einrichten, damit Du den Code einfacher kopieren kannst. In der Menüfunktion unter “Maschine > Ändern” kannst Du unter “Allgemein” im Tabreiter “Erweitert” “bidirektional” unter “Gemeinsame Zwischenablage” einstellen. Mit “OK” übernimmst Du die Änderung.

Mit der Tastenkombination “Strg + O” kannst Du die Änderungen speichern und mit “Strg + X” verlässt Du den Editor.

Du kannst die Änderungen natürlich auch in Deinem lokalen Computer machen, indem Du dort den gemeinsamen Ordner öffnest, die Datei install.sh kopierst und den notwendigen Codeausschnitt austauscht.

Installationsdatei ausführbar machen

Im Terminal wechselst Du erneut in den gemeinsamen Ordner über den Befehl “cd” und führst folgenden Befehl aus:

chmod +x install.sh

Dadurch wird die Installationsdatei install.sh ausführbar gemacht.

Hast Du im oberen Schritt die Datei install.sh kopiert, musst Du natürlich die kopierte Datei angeben.

chmod +x install_edit.sh

Sybase-Lizenz importieren

Nun müssen wir eine Sybase-Lizenz importieren. Im gemeinsamen Ordner wechseln wir hierfür in den Ordner “/media/sf_SAP/License/SYBASE_ASE_TestDrive”. Dort müssen wir zuerst die Lizenzdatei SYBASE_ASE_TestDrive.lic in den Ordner “/media/sf_SAP/server/TAR/x86_64/” verschieben und auf “SYBASE_ASE_TD.lic” umbenennen. Dafür können wir folgenden Befehl im Terminal verwenden:

mv /media/sf_SAP/License/SYBASE_ASE_TestDrive/SYBASE_ASE_TestDrive.lic /media/sf_SAP/server/TAR/x86_64/SYBASE_ASE_TD.lic

Die Installationsroutine wird automatisch diese Lizenzdatei in den SYBASE-Ordner verschieben.

Snapshot erstellen

Dieser Schritt ist optional, aber sehr empfehlenswert. Ich empfehle Dir an dieser Stelle, einen Snapshot zu erstellen. Sollte bei der Installation etwas schiefgehen, kannst Du zu diesem Snapshot zurückgehen, den Fehler korrigieren und die Installation erneut durchführen. Dadurch ersparst Du Dir alle Schritte in der virtuellen Maschine erneut durchzuführen.

Um einen Snapshot erstellen zu können, muss die virtuelle Maschine ausgeschaltet sein.

In der virtuellen Maschine kannst Du mit der Funktion “Ändern” im Bereich “Allgemein” und im Tabreiter “Erweitert” den Ordner für Sicherungspunkte (auch Snapshots genannt) einsehen und bei Bedarf ändern.

Für die Erstellung eines Snapshots klickst Du zuerst auf das Hamburger-Menü von der virtuellen Maschine in VirtualBox und wählst daraufhin “Sicherungspunkte” aus.

Virtuelle Maschine - Sicherungspunkte

Daraufhin klickst Du auf den Button “Erzeugen”, gibst einen Namen ein und bei Bedarf eine Beschreibung. Durch Klick auf den Button “OK” übernimmst Du die Eingaben und der Snapshot ist erstellt.

Virtuelle Maschine - Snapshot erstellen

SAP-Server installieren

Nun installieren wir den eigentlichen SAP-Server auf der virtuellen Maschine. Wir haben bisher die notwendigen Dateien heruntergeladen, installiert und die notwendigen Vorbereitungen auf der virtuellen Maschine durchgeführt, damit nun die Installation des SAP-Systems reibungslos ablaufen kann.

Installation starten

Nach dem optionalen Snapshot (aber sehr empfohlenen) starten wir erneut die virtuelle Maschine. Anschließend gehen wir im Terminal mit dem Befehl “cd” in den gemeinsamen Ordner als root-Benutzer.

Daraufhin starten wir die Installation durch die Datei “install.sh”, indem wir folgenden Befehl im Terminal eingeben:

./install.sh

Wenn du das Installations-Skript kopiert und geändert hast, musst Du natürlich den Namen des kopierten Skripts angeben (z.B. install_edit.sh).

Im Anschluss wirst Du aufgefordert, die Nutzerbedingungen zu lesen und zu akzeptieren. Mit der Q-Taste kann man die Anzeige beenden und mit “yes” kannst Du die Bedingungen akzeptieren.

Daraufhin musst Du ein Passwort für die Betriebssoftware-Benutzer eingeben. Das Installations-Skript kann leider nicht fehlerfrei mit Sonderzeichen arbeiten. Ich empfehle Dir deshalb an dieser Stelle auf Sonderzeichen zu verzichten. Weiterhin muss das Passwort mindestens acht Zeichen lang sein, es müssen Groß- und Kleinbuchstaben und Zahlen verwendet werden. Mit der Enter-Taste kannst Du die Eingabe bestätigen.

Es werden nun im Hintergrund Daten kopiert. Die Installation dauert nun einige Minuten.

Snapshot wiederherstellen

Sollte es während der Installation zu Fehlern gekommen sein und Du möchtest den Zustand der virtuellen Maschine auf den Zustand vor der Installation zurücksetzen, kannst Du Dein zuvor erstellten Snapshot verwenden. Dazu muss die virtuelle Maschine ausgeschaltet sein.

In VirtualBox klickst Du auf das Hamburger-Menü der virtuellen Maschine und wählst “Sicherungspunkte” aus. Dann wählst Du den erstellten Snapshot aus und klickst in der Toolbar auf den Button “Wiederherstellen”. Daraufhin wählst Du “Zurückkehren”. Den Haken bei “Sicherungspunkt des aktuellen VM-Zustands erstellen” kannst Du entfernen. Wenn diese Checkbox gesetzt ist, wird zum aktuellen Zeitpunkt erneut ein Snapshot erstellt, was nicht notwendig ist.

Fehlerbehebung

Bei der Installation kann es leider zu Fehlern kommen. Ich möchte nun die häufigsten Fehler und dessen Lösung näher erläutern.

Bleibt bei /sybase/NPL/startase_reset_sa hängen

Es kann vorkommen, dass die Installation install.sh in der Anweisung “/sybase/NPL/startase_reset_sa” hängen bleibt und nicht weiter fortfährt. Selbst wenn Du mehrere Minuten wartest, passiert nichts.

Virtuelle Maschine - hängt bei /sybase/NPL/startase_reset_sa

Die Lösung wird in einem Artikel auf SAP Blogs im Detail erläutert. Im Abschnitt “Install.sh ändern bei Kernelversion 5.14.x oder größer” sind die notwendigen Schritte im Detail bereits beschrieben. Folge den Anweisungen und veränderte die install.sh Datei.

Berechtigungen von Betriebssystem-Benutzer erweitern

Während der Installation wurden diverse Betriebssystem-Benutzer automatisch angelegt. Es kann dabei vorkommen, dass Berechtigungen fehlen. Oft wird in dem Terminal ein Log ausgegeben, indem “NW_GetUserParameterUnix” genannt wird. Um dieses Problem zu lösen, muss man Gruppen den Benutzern hinzufügen.

Wurde der Benutzer npladm nicht angelegt bzw. ist nicht vorhanden, muss man folgenden Befehl verwenden:

useradd -m --uid 1001 npladm

Daraufhin verwendet man folgende Befehle:

usermod -a -G sapsys npladm
usermod -a -G sapinst npladm

Ist der Benutzer npladm bereits vorhanden, aber es kommt eine Fehlermeldung bezüglich npladm, muss man ihn natürlich nicht anlegen, sondern nur die oberen beiden Befehle ausführen.

Daraufhin führst Du noch einmal die Installationsdatei install.sh (oder die bearbeitete Datei) im gemeinsamen Ordner aus:

./install.sh

Wuhu. Nun sollte am Ende “Installation of NPL successful” im Terminal ausgegeben werden. Wenn das ausgegeben wird, hast Du es geschafft. Du hast erfolgreich einen SAP NetWeaver ABAP Applikationsserver in der virtuellen Maschine installiert. Herzlichen Glückwunsch.

SAP-Installation erfolgreich

Diesen Siegeszug kannst Du feiern. Ich empfehle Dir an dieser Stelle, den SAP-Server zu stoppen. Das habe ich im Abschnitt “SAP-Server stoppen” beschrieben und erneut einen Snapshot von der virtuellen Maschine zu erstellen.

Prüfen, ob SAP-Server gestartet

Nachdem alle notwendigen Dateien heruntergeladen, installiert und eingerichtet wurden, können wir den SAP-Server einmal starten.

Mit folgendem Befehl kannst Du im Terminal mit dem Benutzer npladm überprüfen, ob Dein eigenes SAP-System gestartet ist:

sapcontrol -nr 00 -function GetSystemInstanceList

Du kannst zum Benutzer npladm wechseln, indem Du folgenden Befehl im Terminal eingibst:

su - npladm
Virtuelle Maschine - Eigenes SAP-System gestartet

Sind die beiden Instanzen 0 und 1 auf “GREEN”, ist der SAP-Server gestartet.

SAP-Server starten

Über folgenden Befehl kann man das eigene SAP-System im Terminal als Benutzer npladm starten:

startsap

Das Starten kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Du kannst mit dem Befehl “sapcontrol -nr 00 -function GetSystemInstanceList” überprüfen, ob der Server gestartet ist und alle Instanzen “GREEN” sind.

SAP-Server stoppen

Mit folgendem Befehl kannst Du das eigene SAP-System im Terminal als Benutzer npladm stoppen:

stopsap

Du solltest vor dem Stoppen darauf achten, dass der SAP-Server vollständig gestartet ist.

Nach dem Stoppen sollten alle SAP-Instanzen “GRAY” sein. Das kannst Du erneut mit dem Befehl “sapcontrol -nr 00 -function GetSystemInstanceList” im Terminal überprüfen.

SAP Logon installieren

Als Nächstes installieren wir die Frontend-Technologie (SAP Logon), mit dessen Hilfe Du Dich am eigenen SAP-Server anmelden kannst.

Dazu öffnest Du mit dem Windows-Explorer den gemeinsamen Ordner. Im Ordner “\client\SAPGUI4Windows” gibt es die ZIP-Datei “50144807_6.ZIP”, die Du entpacken kannst.

Daraufhin gehst Du in den Unterordner Deines gemeinsamen Ordners “\client\SAPGUI4Windows\BD_NW_7.0_Presentation_7.50_Comp.2\PRES1\GUI\WINDOWS\Win32″ und führst die ausführbare Datei “SapGuiSetup.exe” aus.

Beim ersten Fenster klickst Du auf den Button “Weiter”. Beim nächsten Fenster kannst Du die zu installierenden Softwarekomponenten auswählen. Hier wählst Du “SAP GUI for Windows 7.70 (Compilation 14)” und “SNC Client Encryption 2.0” aus. Nach dem Klick auf “Weiter” kannst Du den Pfad angeben, an dem das Programm installiert werden soll. Nachdem Du erneut auf “Weiter” klickst, wird das Programm installiert.

Netzwerkeinstellungen

Als Nächstes müssen wir noch an der virtuellen Maschine die Netzwerkeinstellungen ändern, damit wir uns auf das eigene SAP-System verbinden können. Folgende Schritte sind hierbei notwendig:

  • Netzwerkeinstellungen der virtuellen Maschine
  • Mapping IP-Adresse und Hostname

Netzwerkeinstellungen der virtuellen Maschine

Als Erstes ändern wir die Netzwerkeinstellungen der virtuellen Maschine. Dazu muss die virtuelle Maschine nicht ausgeschaltet sein.

In VirtualBox wählst Du die virtuelle Maschine aus und klickst auf den “Ändern”-Button. Daraufhin klickst Du in “Netzwerk” im Tabreiter “Adapter 1” auf “Erweitert” und anschließend auf den Button “Port-Weiterleitung”. Folgende Regeln fügen wir daraufhin hinzu:

NameProtokollHost-IPHost-PortGast-IPGast-Port
HTTPTCP127.0.0.1800010.0.2.158000
HTTPSTCP127.0.0.14430010.0.2.1544300
RFCTCP127.0.0.1330010.0.2.153300
SAPGUITCP127.0.0.1320010.0.2.153200
Netzwerkeinstellungen für virtuelle Maschine für eigenes SAP-System

Mit zweimal “OK” kannst Du das bestätigen. Nun hast Du die Netzwerkeinstellungen für die virtuelle Maschine erfolgreich geändert.

Mapping IP-Adresse und Hostname

Als Nächstes musst Du die Datei “hosts” im Pfad “C:\Windows\System32\drivers\etc” in einem Editor Deiner Wahl als Administrator öffnen. Diese Datei enthält ein Mapping zwischen IP-Adressen und Hostnamen.

Dabei fügst Du den Hostname und damit folgende Zeile ein:

127.0.0.1	vhcalnplci.dummy.nodomain vhcalnplci

Anschließend speicherst Du die Änderungen. Das ist nur möglich, wenn Du die Datei als Administrator geöffnet hast.

Falls Du die hosts Datei nicht bearbeiten kannst, kannst Du im nächsten Abschnitt im SAP Logon anstatt dem Hostnamen vhcalnplci den localhost, also 127.0.0.1, als Anwendungsserver verwenden.

Verbindung zum SAP-Server

Nun kommt der interessanteste Schritt in diesem Tutorial: Du verbindest Dich endlich mit Deinem SAP-System. Zuerst startest Du das installierte SAP-Logon.

Daraufhin klickst Du auf den Button “Neu” und dann “Verbindung”. Stelle daraufhin sicher, dass “Benutzerspezifisches System” ausgewählt ist und klicke auf “Weiter”.

Im folgenden Fenster geben wir die Systeminformationen für unser SAP-System an. Die Beschreibung kannst Du frei wählen. Folgende Informationen sollen dabei angegeben werden:

  • Anwendungsserver: vhcalnplci
  • Instanznummer: 00
  • System-ID: NPL
Systemeintrag für eigenes SAP-System

Daraufhin klickst Du auf “Fertig stellen” und Dein Eintrag ist im SAP Logon angelegt.

Damit Du Dich nun zum SAP-System verbinden kannst, muss der SAP-Server in der virtuellen Maschine gestartet sein.

Daraufhin kannst Du im SAP Logon doppelt auf die Verbindung klicken und kannst somit die Verbindung überprüfen. Sollte sich das Anmeldefenster öffnen, hast Du alles richtig gemacht und die Einrichtung hat geklappt. Herzlichen Glückwunsch.

Für die erste Anmeldung stehen folgende SAP-Benutzer zur Verfügung:

BenutzerMandantPasswortBeschreibung
DEVELOPER001Down1oadEntwickler Benutzer
BWDEVELOPER001Down1oadEntwickler Benutzer
DDIC000/001Down1oadABAP Dictionary Benutzer
SAP*000/001Down1oadSAP Administrator

Meldest Du Dich z.B. mit dem SAP-Benutzer DEVELOPER an, erscheint als Erstes folgendes Fenster.

Anmeldebildschirm vom eigenen SAP-System

Du kannst nun verschiedene Transaktionen aufrufen und Dein eigenes SAP-System ausprobieren. Viel Spaß beim Ausprobieren Deines eigenen SAP-Systems.

Demo SAP-Lizenz importieren

Rufst Du den Transaktionscode SLICENSE im Kommandofeld auf, wirst Du feststellen, dass die SAP-Lizenz nur begrenzt gültig ist. Um das Gültigkeitsdatum zu verlängern und das SAP-System länger nutzen zu können, musst Du eine SAP-Lizenz importieren. Diese kannst Du kostenlos auf SAP Support erhalten.

Um eine SAP-Lizenz zu beantragen, benötigen wir den Hardware-Schlüssel. Im Feld “Aktiver HW-Schlüssel” in der Transaktion SLICENSE findest Du den Hardware-Schlüssel des SAP-Servers.

Hardwareschlüssel des eigenen SAP-Systems ermitteln

Die SAP-Lizenz kannst Du auf SAP Support beantragen. Dazu rufst Du diesen Link auf. Anschließend wählst Du die Option “NPL – SAP NetWeaver 7.x (Sybase ASE)” aus, gibst Deine persönlichen Daten, den Hardware-Schlüssel an und akzeptierst die Nutzerbedingungen. Anschließend klickst Du auf “Generate”.

Daraufhin wird eine Text-Datei heruntergeladen. Diese Textdatei importieren wir nun in der Transaktion SLICENSE über den Button “Installieren”. Dieser befindet sich im Tab “Digital signierte Lizenzen” unter der Auflistung der Lizenzen. Daraufhin wählst Du im Explorer die Datei aus und bestätigst das SAP-GUI-Sicherheitsfenster mit “Zulassen”.

Im Anschluss bekommst Du die Meldung “1 SAP license key(s) successfully installed.”.

Installations-Guide als PDF von SAP

Es gibt auch ein PDF-Dokument von SAP selbst, dass die notwendigen Schritte zusammengefasst hat. Unter diesem Link kannst Du das Dokument herunterladen und einsehen.

Über den Autor

Andreas Geiger

Schön, dass Du Dich für SAP ERP bzw. SAP S/4HANA interessierst.

Mein Name ist Andreas Geiger und ich bin der Gründer von ERP-UP.de. Mein Ziel ist es, so viel nützliches Wissen wie möglich über das SAP ERP-System zu vermitteln. Ich möchte Dir damit einen Mehrwert bieten. Es freut mich, wenn ich Dir damit helfen kann.

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